Die Schulseelsorge am Kopernikus-Gymnasium

Im Lebensraum Schule findet Seelsorge nicht selten in Gesprächen „zwischen Tür und Angel“ statt. Aber oft ist auch ein Rückzugsort nötig, um in ruhiger, entspannter Atmosphäre „ganz Ohr“ sein und miteinander reden zu können. 

Im Zuge einer Generalsanierung der Schule und einer Bezuschussung durch die Evangelische Kirche im Rheinland ist es nun möglich, den bestehenden Raum für die Schulseelsorge neu möbliert zur Verfügung zu stellen. (das Projekt läuft). Die Schulleitung hat den Wunsch der vier SeelsorgerInnen aufgegriffen, nicht zuletzt, weil die Angebote der Seelsorge gefragt sind. 

Außerdem steigt die Zahl der an Schule Beteiligten, die die Gesprächsangebote nutzen. Der Raum ist separat gelegen und erinnert in keiner Weise an einen Klassenraum.. Er dient vor allem zwei Zwecken: Zum einen möchten die Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger hier zu bestimmten Zeiten mit Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen sowie Eltern in Ruhe sprechen können. Zum anderen sollen auch Besprechungen mit Mitarbeitenden des schulpsychologischen Dienstes oder der Beratungsstellen darin stattfinden.

Der Raum soll aber auch für viele andere Angebote von „Seelsorge“ wie zum Beispiel religiöse und spirituelle Erfahrungen offen sein. Ein großer Teppich mit freier Fläche soll die Möglichkeit bieten, hier in einer Gruppe zusammenzukommen, etwa zu einer Andacht, einer Meditation, einer Zeit der Stille oder einem Gebet. Insbesondere bei schulischen oder privaten  Krisensituationen kann der Raum als stiller Ort des Nachdenkens, der Trauer und des Gedenkens hilfreich sein und Trost spenden.

Jeder von uns trägt seine ganz eigenen Probleme und Sorgen mit sich. Meist sind sie vor allem im familiären Umfeld der Menschen unserer Schule angesiedelt, aber der Schulalltag bleibt verständlicher Weise davon nicht unberührt.

Hilfe und Verständnis wird dann mehr als nur eine Dienstleistung von Schule an den betreffenden Menschen. Wenn Schüler Suizid begehen, Angehörige plötzlich aus dem Leben gerissen werden oder Eltern sich trennen, wenn Liebeskummer mit Prüfungsängsten einhergeht und ein Schüler aus der Erfahrung nicht wahrgenommen zu werden erst gar nicht mehr in die Schule kommt, wenn Schüler am Ende vor dem Scherbenhaufen ihrer Arbeit stehen, dann ist die Suche „nach guten Worten“ und eine Antwort auf die Frage „Wer hört mir zu?“ besonders wichtig.

 

Dieses menschliche Bedürfnis, dass jemand in geschütztem Raum zuhört und eventuell Rat geben kann, bezieht sich natürlich nicht nur auf Schülerinnen und Schüler, sondern auf die komplette Schulgemeinschaft. 

 

Dies kann und muss in einem außerunterrichtlichen Rahmen und einem eigens dafür bereitstehendem Raum geschehen.

 

Die Sehnsucht nach Ruhe und der Erfahrbarkeit der Stille in einer Zeit der ständigen Geräuschkulisse setzt voraus, dass man es lernen kann, äußere Stille zu schaffen und innerlich still zu werden. Die Stille kann ein Türöffner für eigene lebenswichtige Erfahrungen und Fragen werden.

 

Die seelsorgerliche Begleitung ist

  • ein Ort, an denen die Schüler und Schülerinnen ihre Würde als Mensch erfahren,
  • ein Dienst am einzelnen Menschen,
  • ein Ort der gegenseitigen Anerkennung und respektvollen Wertschätzung,
  • ein Ort des offenen Ohrs,
  • ein Ort des qualifizierten Rates,
  • ein Ort der angebotenen Hilfe,
  • ein Ort der Orientierung,
  • ein Ort um Sinnfragen und Lebensfragen zu stellen und
  • ein Ort der religiösen Begleitung in den Herausforderungen des Lebens .

 

Gelebtes Miteinander und die Bereitschaft zu helfen und zu teilen hinterlässt somit nachhaltig ihre Spuren.

Unsere vier ausgebildeten Seelsorgerinnen und Seelsorger sind in festen Sprechstunden, aber auch zu jedem anderen Termin Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen.

In diesem Schuljahr liegen die festen Sprechstunden wie folgt:

Frau Heck: donnerstags, 3. Std.

Frau Rosenbaum: im Sabbat-Jahr

Herr Schädle: donnerstags, 2. Std.

Herr Schmidt: montags, 3. Std.