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Erdkundeunterricht zum Thema Raumplanung zu Gast bei der Verbandsgemeinde Wissen

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Am 27.02.2018 und am 06.03.2018 durften wir, die Klasse 10b, gemeinsam mit unserem Erdkundelehrer Herrn Camarda, die Verwaltung der Verbandsgemeinde Wissen besuchen und verschiedenste Gesichtspunkte der Raumplanung betrachten. Den zwei Besuchen ist eine Kartierung der Innenstadt Wissen am 20.02.2018 vorausgegangen. Unsere Erfahrungen und das neugewonnene Sachwissen wollen wir im folgenden Bericht mit euch teilen.

 

Raumplanung auf Landesebene ( Ziele und Grundsätze)

Raumordnungspläne für das gesamte Landesgebiet werden auf der Grundlage des Raumordnungsgesetzes aufgestellt. Die Bezeichnungen für diese Pläne sind je nach Land unterschiedlich.

In den Raumordnungsplänen werden konkrete Festlegungen als Ziele und Grundsätze zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung des jeweiligen Raums getroffen. Diese Festlegungen betreffen die  Siedlungsstruktur, die Freiraumstruktur und die zu sichernden Standorte der Infrastruktur. Es können auch Vorranggebiete, Vorbehaltsgebiete und Eignungsgebiete festgelegt werden. Als Vorranggebiete zum Beispiel die Natur und Landschaft. Die Raumordnungspläne werden dann gemäß § 8 ROG umweltgeprüft.

Bei der Aufstellung der Raumordnungspläne müssen öffentliche sowie private Belange verglichen werden. Die Öffentlichkeit kann zum Entwurf Stellung nehmen und ihre Bedenken äußern.

Der Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan stellt die beabsichtigten Entwicklungen der nächsten 10 bis 15 Jahre dar. Er ist ein von der Verbandsgemeinde verarbeitetes, langfristiges Leitbild, auf dem die beabsichtigte Art der Bodennutzung dargestellt wird.

Auf dem Plan sind Orte für die Bebauung von:

-Wohnflächen

- Gemischte Bauflächen

- Gewerbliche Bauflächen und

- Sonderbauflächen wie Wochenendhäuser, Campingplätze und Großflächiger Handel

gekennzeichnet.

Ebenfalls markiert sind

- Flächen für den Gemeinbedarf und Grünflächen

- Landwirtschaftliche Flächen, Wald und Gewässer

- Windkraft und

- Bergbauflächen, Altlasten und Stromtrassen.

Bebauungsplan

Frau Roßbach von der Verbandsgemeinde Wissen belehrte uns ausgiebig zum Thema Bebauungsplan.

Der Großteil der Informationen wurde durch die Inhalte eines Bebauungsplanes abgedeckt.

Wir haben gelernt, dass Wohn- Misch- und Gewerbegebiete, genauso wie Ausgleichsflächen und Grünflächen zum Bebauungsplan gehören.

Ein Bebauungsplan ist ein verbindlicher Bauleitplan und dient der Planung und Antizipation. In einer Schablone werden Art der baulichen Nutzung (z.B. Wohngebiet), Maß der baulichen Nutzung (z.B. maximale Geschosszahl, Neigung der Dächer), Bauweise (offene oder geschlossene) und Baugrenze angegeben.

Außerdem haben wir erfahren, dass bereits durch die übergeordnete Planung im Flächennutzungsplan die Grundlagen für den Bebauungsplan gelegt werden.

Ein Detailkonzept wird durch verbindliche Planung verwirklicht.

Zu guter Letzt wurde uns gelehrt, dass begleitende Planungen wie z.B. Verkehrsuntersuchungen die Ziele der Kommunen unterstützen.

Mehr Informationen dazu unter:

https://www.wissen.eu/Leben-Wohnen/Bauen-Wohnen/Fl%C3%A4chennutzungs-Bebauungsplan

 

 

Beteiligung der Bürger

Möchte man sich als Bürger bei der örtlichen Raumplanung einer Gemeinde beteiligen, gibt es verschieden Möglichkeiten.

Bei jedem Bebauungsplan der Gemeinde wird die Öffentlichkeit beteiligt. Diese wird durch ein Inserat im Veröffentlichungsblatt der Verbandsgemeinde „Lust auf Wissen“ aufmerksam gemacht.

Jeder hat die Möglichkeit, an die öffentlichen  Sitzungen teilzunehmen, um die Vorstellung der Planer zu verfolgen.

Falls sich mehrere Bürger dazu entschließen, ihre Ideen und Vorschläge der Gemeinde mitzuteilen, könnte es sinnvoll sein, diese in Form einer Zeichnung oder einer Skizze darzustellen und es dem Rat so vorzustellen.

Alle Pläne die der Rat erstellt, werden veröffentlicht, sodass jeder sie im Rathaus oder im Internet betrachten kann. Es ist sinnvoll, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen, da man oftmals die gleiche Ansicht der Mitbürger teilt. Ebenfalls motiviert dies andere Bürger, sich mit dem Thema Raumplanung zu beschäftigen und eventuell zu beteiligen.

Mehr Informationen dazu unter: https://www.wissen.eu/index.php?NavID=2180.415&La=1

 

Katasteramt

Uns wurde außerdem Einblick in den Aufbau und die Funktionen eines Katasteramtes gewährt. So gibt es in Rheinland-Pfalz verschiedene Ebenen dieses Amtes. Die höchste Verwaltung ist das Innenministerium in Mainz, gefolgt vom Landesamt in Koblenz und sonstigen Vermessungs- und Katasterämtern wie z.B. das Katasteramt Westerwald-Taunus. Hier werden Daten über Grund und Boden erhoben, aktualisiert und bereit gestellt. Es wird so eine Sicherung von Besitzverhältnissen gewährleistet. Ein herkömmliches Katasteramt ist in vier Abteilungen aufgeteilt. Die erste Abteilung ist das Ligenschaftskataster. Diese Abteilung wertet erfasste Daten zu Karten auf. Die zweite Abteilung ist für die Messung der sogenannten Geodaten zuständig, sie liefern also Daten für das Ligenschaftskataster. Die dritte Abteilung ist das Bodenmanagement. Sie sind im wesentlichen für die Städteplanung zuständig. Die letzte Abteilung, zu der auch Frau Zimmermann und Herr Kleppel gehören, ist für den Haushalt und Finanzen sowie für Bestellungen und Personal des jeweiligen Katasteramtes zuständig.

Mehr Informationen dazu unter: https://vermka-westerwald-taunus.rlp.de/de/aufgaben/

 Die Berufsmöglichkeiten

Um uns über die verschiedene Berufsmöglichkeiten im Katasteramt zu informieren, wurden uns zwei Berufe vorgestellt: Vermessungstechniker und Geomatiker.

Vermessungstechniker sind für die Vermessungen zuständig und erzeugen Geodaten (Daten über die Erde) in der Natur. Es gibt zwei Fachrichtungen: Vermessung und Bergmessung. Lagen Höhen und Längen bestimmter Gebiete in der Landschaft sind somit Hauptbestandteil. Diese Messungen werden zum Beispiel bei der Bestimmung der Grenzen eines Grundstückes und beim Bau einer Straße benötigt. Mithilfe von Computerprogrammen erstellt der Vermessungstechniker aus der gesammelten Geodaten Landkarten und Pläne. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre und beinhaltet die praktische Seite des Berufsbildes und dasa theoretische Hintergrundwissen.

Die zweite Berufsmöglichkeit als Geomatiker beschäftigt sich mit der Verarbeitung von Geodaten und der Beratung von Kunden hinsichtlich der Nutzung geographischer Informationen. Die vorliegenden Geodaten werden mit speziellen Programmen in Grafiken, Karten oder Animationen visualisiert. Die Karten, die von Geomatiker erstellt werden, werden zum Beispiel von Straßenplanern, Polizeidienststellen oder Logistikunternehmen genutzt. Die Ausbildung dauert ebenfalls 3 Jahre und beinhaltet die Umsetzung der Geodaten in Karten und welchem Zweck die Aufbereitung der jeweiligen Daten dienen soll.

Mehr Informationen dazu unter: https://vermka-westerwald-taunus.rlp.de/de/ueber-uns/karriere-ausbildung/

 

 

Danksagung

Dreimal durften wir an einer Exkursion teilnehmen und unser Wissen außerhalb der Schule vertiefen und erweitern. Uns wurde ermöglicht, nicht nur unser Allgemeinwissen über das Thema Raumplanung zu stärken, sondern auch mehr über die Vermessungstechnik und Katasterverwaltung in unserem Bundesland und der Infrastruktur der Verbandsgemeinde Wissen, auch im Hinblick auf die historische Entwicklung, zu erfahren. Wir danken Frau Roßbach, der Geographin der Verbandsgemeinde Wissen, Herrn Kleppel und Frau Zimmermann, die extra vom Katasteramt in Westerburg angereist sind, für die große Mühe und die an die Schüler angepassten Vorträge, welche kostenlos eingerichtet werden konnten. Durch ihre Transparenz wurden wir über alle Chancen in diesem Berufsfeld aufgeklärt und auch an Infomaterial für zu Hause wurde nicht gespart. 

Außerdem möchten wir auch ein Dankeschön an unseren Lehrer Herrn Camarda richten, der uns diese Exkursion ermöglicht hat und auch durch Kartierungsarbeiten, welche wir im Zentrum von Wissen machten, neue Einblicke in dieses Berufsfeld gab. Abschließend können wir einen Besuch mit der Schule im Rathaus nur weiter empfehlen, denn die kleinen Geographen können sehen, ob diese Berufswelt etwas für sie ist und die Desinteressierten können den Geographen in sich entdecken.

Die 10b des Kopernikus-Gymnasiums Wissen.