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Suchtprävention am KGW

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Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit dem Sommer 2009 bin ich Suchtpräventionsbeauftragter des Kopernikus-Gymnasiums. Seither habe ich an diversen Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen und Fachtagungen besucht. Regelmäßig lade ich verschiedene Fachkräfte für Suchtprävention ein, die Vorträge in den Stufen 6, 9 und 13 halten. Seit 2012 leite ich gemeinsam mit meiner Kollegin Bianca Biniarz ein Multiplikatorenseminar mit Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen. 

Hintergrund

Suchtkrankheiten gehören zu den am meisten verbreiteten Krankheiten in der Bundesrepublik Deutschland. 2009 gab es 2 Mio Alkoholkranke, knapp 1,5 Mio Medikamentenabhängige, ungefähr 150.000 Abhängige von illegalen Drogen und fast 300.000 Spielsüchtige. Wenn man berücksichtigt, dass auch deren Angehörige unter den Auswirkungen leiden, kann man davon ausgehen, dass durchschnittlich jeder siebte Bundesbürger mit Suchtkrankheiten konfrontiert wird.
Fast ein Drittel der Bundesbürger raucht täglich. Über die Schädlichkeit des Passivrauchens besteht ein breiter Konsens. Dieses Thema betrifft uns daher alle.


 
Was ist Sucht?

Sucht wird verstanden als das zwanghafte Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen, die Missempfindungen vorübergehend lindern und erwünschte Empfindungen auslösen. Die Substanzen oder Verhaltensweisen werden konsumiert bzw. beibehalten, obwohl negative Konsequenzen für die betroffenene Person und für andere damit verbunden sind. Sowohl der Konsum von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol, Tabak, Medikamente, Heroin, Cannabis, Ecstasy u.a. als auch Verhaltensweisen wie Glücksspiel, Essen, Arbeiten, Fernsehen etc. können zwanghafte Züge annehmen, die Suchtcharakter haben.
Die Entwicklung von Suchtverhalten ist ein komplexes Geschehen. Es besteht Konsens darüber, dass die Entwicklung von Suchtverhalten multikausal ist und sich in einem interaktiven Prozess entwickelt.
Die Übergänge von Genuss, Konsum, Missbrauch, Gewöhnung und Abhängigkeit sind fließend, bauen aber nicht zwingend aufeinander auf. Jedes individuelle Suchtverhalten hat seine eigene Geschichte, in der individuelle und gesellschaftliche Faktoren, suchtmittelunspezifische und suchtmittelspezifische, ihre Bedeutung haben.
(siehe HLS/Manual Suchtprävention Hessen 1/06.00)

 

Grundlagen der Suchtprävention

Methoden bloßer drogenkundlicher Aufklärung oder gar der Abschreckung haben sich in der Prävention als weitgehend wirkungslos, ja schlimmstenfalls kontraproduktiv erwiesen. Als weitaus Erfolg versprechender gelten heute in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vor allem Lebenskompetenz fördernde Ansätze, hierzu gehört vor allem die Stärkung der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit sowie die Schaffung der Voraussetzungen für gesunde Lebensverhältnisse und eine Verbesserung der Lebensqualität.
Suchtvorbeugung hat sich damit zu einem komplexen Aufgabenfeld entwickelt, das das Zusammenwirken möglichst aller im pädagogischen/präventiv tätigen Personen und Institutionen erforderlich macht.
Prävention muss zudem Gemeinschaftsaufgabe aller Bürger und Bürgerinnen sein. Dies bedeutet Aufforderung und Verpflichtung zugleich an die Adresse jedes einzelnen Menschen, im Bewußtsein dieser Verantwortung auch eigene Konsum- und Genußgewohnheiten kritisch zu hinterfragen.
(siehe RAHMENKONZEPTION der Regionalen Arbeitskreise Suchtprävention in Rheinland-Pfalz)

 

Haben Sie Fragen zur Suchtprävention oder suchen Sie weitere Informationen zum Thema "Sucht"?

Treten Sie mit mir in Kontakt (martin.walter@gymnasium-wissen.de) oder besuchen Sie die Webseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder der Landeszentrale für Gesundheit (LZG) in Rheinland-Pfalz.

 

Martin Walter (Suchtpräventionsbeauftragter)